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KI macht nicht weniger Arbeit - sondern mehr
Eine Langzeitstudie zeigt: Generative KI entlastet Beschäftigte nicht, sondern verdichtet ihre Arbeit schleichend. Die Folgen sind weitreichend.
10. Februar 2026 um 09:57 Uhr / Michael Linden


Die Verheißung ist groß: KI soll Routineaufgaben übernehmen und Freiräume für kreatives Denken schaffen. Doch eine achtmonatige Untersuchung in einem US-Technologieunternehmen mit rund 200 Beschäftigten zeichnet ein anderes Bild, wie das Harvard Business Review berichtet.

Wer generative KI-Tools nutzte, arbeitete schneller, übernahm mehr Aufgaben und verwischte zunehmend die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit – häufig sogar, ohne dass das verlangt worden war.

Die Studie wurde durchgeführt von April bis Dezember vergangenen Jahres mittels Vor-Ort-Beobachtungen, Auswertung interner Kommunikation und über 40 Tiefeninterviews. Identifiziert wurden drei Formen der Arbeitsverdichtung. KI hat den Druck demnach nicht gesenkt, sondern verstärkt.


Wenn alle plötzlich alles machen

Das erste Muster: die schleichende Aufgabenausweitung. Produktmanager und Designer begannen, Code zu schreiben. Forscher übernahmen Ingenieursaufgaben. Beschäftigte in verschiedensten Rollen versuchten sich an Tätigkeiten, die sie zuvor ausgelagert oder gemieden hatten. KI-Tools ließen fremde Aufgabengebiete machbar erscheinen, viele empfanden das als bereichernd.

Doch die kleinen Experimente summierten sich zu einem deutlich größeren Verantwortungsbereich, der in manchen Fällen Arbeit absorbierte, für die sonst zusätzliche Stellen gerechtfertigt gewesen wären.

Das hatte Nebenwirkungen. Ingenieure verbrachten mehr Zeit damit, KI-gestützte Ergebnisse von Kolleginnen und Kollegen zu prüfen und zu korrigieren. Ein Großteil dieser Betreuungsarbeit fand informell statt, in Chat-Threads oder kurzen Gesprächen am Schreibtisch, und belastete bestehende Kapazitäten, ohne formal erfasst zu werden.


Wie KI Pausen und Erholung untergräbt

Das zweite Muster betrifft die Erosion von Grenzen zwischen Arbeit und Erholung. Weil sich ein Prompt an ein KI-Tool leichtgewichtig anfühlt – eher wie eine kurze Nachricht als wie der Start einer formalen Aufgabe – begannen Beschäftigte, kleine Arbeitsschritte in Pausen, Meetings und Übergangsmomente einzuschieben. Manche schickten noch einen letzten Prompt ab, bevor sie den Platz verließen, damit die KI in ihrer Abwesenheit arbeiten konnte.

Mit der Zeit schrumpften die üblichen Unterbrechungen im Arbeitstag. Mehrere Teilnehmer stellten erst im Rückblick fest, dass ihre Pausen nicht mehr die gleiche Erholung brachten.


Mehr Tempo, mehr Erschöpfung

Die dritte Form der Verdichtung war eine Zunahme von Multitasking. Beschäftigte verwalteten mehrere KI-gestützte Arbeitsstränge gleichzeitig: Sie schrieben manuell Code, während die KI eine Alternative generierte, ließen parallele Agenten laufen oder nahmen lange aufgeschobene Aufgaben wieder auf.

Das Gefühl, einen fähigen Partner an der Seite zu haben, erzeugte Dynamik, führte aber auch zu permanentem Aufmerksamkeitswechsel und einer wachsenden Liste offener Punkte. Die Erwartungen an Geschwindigkeit stiegen – nicht unbedingt durch explizite Vorgaben, sondern durch das, was in den alltäglichen Arbeitsabläufen sichtbar und normal wurde.

Der kumulative Effekt war laut den Forscher ein sich selbst verstärkender Kreislauf: KI beschleunigte Aufgaben, was die Erwartungen erhöhte. Höhere Erwartungen machten Beschäftigte abhängiger von KI, was den Umfang ihrer Tätigkeiten ausweitete, was wiederum die Arbeitsdichte steigerte.


Produktivitätsschub oder kognitive Überlastung?

Die Forscher warnen, dass kurzfristige Produktivitätssteigerungen eine wachsende kognitive Belastung überdecken könnten. Weil der KI-Einsatz der Mitarbeiter größtenteils freiwillig erfolge, entgehe Führungskräften möglicherweise, wie viel zusätzliche Last die Beschäftigten trügen. Langfristig drohen beeinträchtigte Urteilsfähigkeit, höhere Fehlerquoten und die Schwierigkeit, echte Effizienz von nicht nachhaltiger Intensität zu unterscheiden.

Als Gegenmaßnahme schlägt die Studie vor, eine bewusste "KI-Praxis" zu entwickeln, also verbindliche Normen dafür, wie KI eingesetzt wird, wann man aufhört und wie sich Arbeit in Reaktion auf neue Fähigkeiten ausdehnen darf oder eben nicht.

Die zentrale Frage für Unternehmen ist demnach nicht, ob KI die Arbeit verändern wird, sondern ob sie diese Veränderung bewusst gestalten oder unbemerkt geschehen lassen.

quelle: golem.de

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