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 Mediashop-Aus: Verschwindet Teleshopping-Riese nach Insolvenz für immer aus dem TV? Whitebird 17.03.2026 14:54

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Mediashop-Aus: Verschwindet Teleshopping-Riese nach Insolvenz für immer aus dem TV?
Von Marcus Reichl -17. März 2026, 10:44

Mit der Mediashop-Isolvenz scheint das Ende einer Ära im Fernsehen ist besiegelt. Nach gescheiterten Sanierungsversuchen hat das Landesgericht Wiener Neustadt die endgültige Schließung der Mediashop GmbH angeordnet. Warum der Konkurs nicht nur für Zuschauer Folgen hat, sondern jetzt sogar das klassische TV-System ins Wanken bringt.

45 Millionen Euro Schulden waren zu viel. Der Teleshopping-Anbieter Mediashop ist insolvent und zieht sich aus dem klassischen Fernsehen zurück. Während der Kanal „Mediashop – Meine Einkaufswelt“ nur noch einen Trailer sendet, wurde „Mediashop – Neuheiten“ bereits eingestellt. Hintergrund ist die Insolvenz des Unternehmens – und deren nun bestätigte Konsequenz. Für Zuschauer, Satellitenanbieter wie Astra und klassische TV-Sender bedeutet das eine drastische Lücke im Programm – und zeigt, wie stark Online-Shopping das TV-Geschäft unter Druck setzt.

Von der Mediashop-Insolvenz sind 459 Gläubiger betroffen, darunter 279 ausländische und 180 inländische. Mediashop mit Sitz in Neunkirchen beschäftigt europaweit 400 Mitarbeiter, darunter 160 in Österreich. Gegründet wurde der Verkaufssender im Jahr 1999. Er vertreibt Produkte aus den Bereichen Haushalt, Küche, Fitness, Gesundheit, Beauty sowie Lifestyle. Durch tiefgreifende Veränderungen im Konsumverhalten und ein zunehmend herausfordernden Marktumfeld geriet das Unternehmen zunehmend in Schwierigkeiten. Nach eigenen Angaben war Mediashop zuletzt auf 175 TV-Stationen präsent, der konzernweite Jahresumsatz lag bei rund 170 Millionen Euro.


Teile des klassischen Fernsehsystems wanken

„Der KSV1870 gibt bekannt, dass nunmehr mit Beschluss des Landesgerichtes Wiener Neustadt die Schließung des Unternehmens der insolventen Mediashop GmbH (FN 280877f) offiziell angeordnet wurde“, heißt es in einer Mitteilung des Kreditschutzverbands KS­V1870 aus Wien. „Die intensiven Überprüfungen des Insolvenzverwalters seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben ergeben, dass eine Fortführung des Unternehmens infolge einer zeitnah zu erwartenden Liquiditätsunterdeckung nicht darstellbar ist. Folglich hat das Insolvenzgericht die Schließung des Unternehmens angeordnet,“ so Alexander Greifeneder vom KSV1870.

Mit der gescheiterten Sanierung und der angeordneten Schließung nach der Mediashop-Insolvenz verschwindet ein weiterer Anbieter aus dem TV-Markt. Gleichzeitig wird deutlich: Während Kunden längst online einkaufen, geraten nicht nur Shopping-Sender ins Aus – sondern auch Teile des klassischen Fernsehsystems zunehmend ins Wanken.


Sanierung gescheitert – Konkursverfahren läuft

Ein Weiterbetrieb ist damit endgültig vom Tisch. Der Ausblick ist eindeutig:

  • Der Antrag auf einen Sanierungsplan wurde zurückgezogen
  • Die Sanierungsbemühungen sind gescheitert
  • Das Verfahren wird nun als Konkursverfahren fortgeführt


Damit ist klar: Mediashop wird nicht mehr als aktiver Teleshopping-Anbieter im TV zurückkehren.


Was bedeutet das für Zuschauer?

  • Ein Sender zeigt nur noch Hinweisschleifen statt Programm
  • Ein weiterer Kanal ist komplett verschwunden
  • Das Angebot an klassischen Teleshopping-Formaten schrumpft weiter



Warum es Teleshopping im Jahr 2026 immer schwerer hat

Die Insolvenz ist auch Ausdruck eines grundlegenden Wandels, denn auch hier gilt die Devise Online statt Fernsehen. Die Kunden bestellen Produkte heute direkt im Internet, das ist teilweise schneller, günstiger und flexibler als über das TV. Das verändertes Nutzungsverhalten führt dazu, dass lineares Fernsehen kontinuierlich an Reichweite verliert, während digitale Kanäle dominieren. Damit steigt der wirtschaftliche Druck, Teleshopping wird zunehmend unrentabel – bei sinkender Nachfrage und festen Sendekosten.


Warum das auch für Astra ein Problem ist

Mediashop hat insgesamt drei Fernsehsender, die auf Astra 1N laufen. „Mediashop – Meine Einkaufswelt“ und „Mediashop – Immer etwas Neues“ (beide Transponder 1.087, digital, Frequenz: 12.148 GHz, Position: 19,2° Ost) sowie „Mediashop – Neuheiten“ (Transponder 1.104, digital, Frequenz: 12.480 GHz, Position: 19,2° Ost). Der Rückzug trifft nicht nur Mediashop selbst, sondern auch Satellitenbetreiber wie SES Astra:

  • Teleshopping-Sender zählen zu den verlässlichen Kunden auf Satellitenplattformen
  • Mit ihrem Wegfall gehen stabile Einnahmen verloren
  • Freie Kapazitäten lassen sich nicht immer sofort neu vermarkten


Damit wird ein strukturelles Problem sichtbar: Wenn ganze Geschäftsmodelle wie Teleshopping wegbrechen, verliert auch die TV-Infrastruktur an wirtschaftlicher Basis.


Auswirkungen auf klassische TV-Sender

Auch andere Sender geraten unter Druck: Viele Programme nutzen Teleshopping-Fenster zur Finanzierung, allein Mediashop war nach eigenen Angaben auf DMAX, Eurosport, Sport1, RiC, Tele5 und TLC mit teilweise stundenlangen Sendefenstern vertreten. Fällst so ein Anbieter weg, fehlen dem TV-Sender wichtige Erlöse und er muss die Sendelöcher stopfen. Ein Ersatz durch herkömmliche Werbung oder neue Formate ist schwierig, doch teilweise schon gefunden. Aktuell ersetzt der Kanal Genius.TV den abgeschalteten Mediashop in den Shoppingfenstern einiger Kanäle, wie unsere Redaktion bereits feststellen konnte.


Fazit: Strukturwandel beschleunigt sich

Die Mediashop-Insolvenz zeigt, wie stark das klassische Teleshopping unter Druck steht. Mit der gescheiterten Sanierung und der angeordneten Schließung verschwindet ein weiterer Anbieter aus dem TV-Markt. Gleichzeitig wird deutlich: Während Kunden längst online einkaufen, geraten nicht nur Shopping-Sender ins Aus – sondern auch Teile des klassischen Fernsehsystems zunehmend ins Wanken.

quelle: digitalfensehen.de

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