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WM 2030 im TV: Es gibt einen Favoriten
Von dpa / Redaktion digitalfernsehen.de -15. Juli 2026, 15:03
Unklarer ist die Situation bei den Nationalmannschafts-Quali-Spielen ab 2028. Hier muss erst einmal die Frage geklärt werden, welche Agentur diese überhaupt vermarktet.

Trotz des frühen Ausscheidens der deutschen Mannschaft schauen weiterhin viele Millionen Fußballfans die WM-Übertragungen. Die anhaltende Begeisterung sorgt bei ARD und ZDF für Top-Quoten und bei der Telekom sogar für Rekordzahlen. Kein Wunder, dass das Interesse an TV-Rechten für Fußball-Wettbewerbe weiterhin enorm ist. Die nächsten Entscheidungen stehen kurz bevor.

Während die letzten Spiele der WM in Nordamerika auf dem Programm stehen, laufen im Hintergrund zahlreiche Gespräche und Verhandlungen über diverse Fußball-TV-Pakete. Offen sind unter anderem die Medienrechte für zwei große Turniere sowie Länderspiele der deutschen Männer und der deutschen Frauen.


Rechte für WM in sechs Ländern

Besonders begehrt ist derzeit die WM 2030. Die Telekom gilt als Topfavorit für die Rechte, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfuhr. Ein Telekom-Sprecher sagte auf Anfrage: „Wir beobachten den Sportrechtemarkt sehr genau, äußern uns aber nicht zu Spekulationen.“

Auch ARD und ZDF, die an den Rechten interessiert waren, möchten sich zur WM in Spanien, Portugal und Marokko sowie Uruguay, Argentinien und Paraguay nicht äußern. Die FIFA lehnte ebenfalls einen Kommentar ab.


PR-Erfolg dank Klopp, Müller und Hummels

Für die Telekom wäre der sich anbahnende Vertrag mit dem Fußball-Weltverband FIFA für das Turnier in vier Jahren ein weiterer großer Erfolg. Bereits bei der laufenden WM hat der hauseigene Pay-TV-Sender MagentaTV alle 104 Spiele exklusiv im Programm und erfreute die Bonner Manager um Deutschland-Chef Rodrigo Diehl im Laufe des Turniers mehrfach mit Bestwerten bei den Zuschauerzahlen. Dank bekannter Experten wie Jürgen Klopp – nach dem Rücktritt des bisherigen Bundestrainers Julian Nagelsmann besonders gefragt – und Thomas Müller oder Mats Hummels war das Turnier auch ein PR-Erfolg.

Die Telekom hat sich mit MagentaTV als Pay-Anbieter bei großen Turnieren etabliert, zeigte bereits Spiele von zwei Europameisterschaften und hat auch bei der EM in zwei Jahren alle Begegnungen im Programm. Wie bei den WM-Turnieren 2022 und 2026 waren ARD und ZDF – über verschiedene Konstrukte von Sublizenzen – Partner des Bonner Unternehmens. Ein ähnliches Modell könnte es auch für das Turnier in vier Jahren wieder geben.


Gespräche am Rande der WM

Ganz anders sieht es bei der WM der Frauen aus, die schon in einem Jahr in Brasilien gespielt wird. Die Telekom hat bereits Rechte für alle Spiele erworben. Diese gelten aber nur für das Pay-TV. Die Free-TV-Rechte hat die FIFA bislang nicht vergeben.

ARD und ZDF sind stark interessiert, haben – unter anderem am Rande des Männer-Turniers in den USA – auch Gespräche geführt. Aber es gibt noch keinen Abschluss. Es geht nach dpa-Informationen um ein Paket mit 30 Spielen im frei empfangbaren Fernsehen.


Der DFB mischt bei den TV-Rechten mit

Neben den Medienrechten für die großen Turniere sind auch jene für die Länderspiele der deutschen Nationalmannschaften bei den TV-Sendern begehrt. Für Pay-Anbieter wie die Telekom mit MagentaTV sind sie allerdings nicht interessant, denn die DFB-Partien müssen aufgrund des Medienstaatsvertrages frei empfangbar gezeigt werden.

Für die Länderspiele der deutschen Fußballerinnen haben die beiden öffentlich-rechtlichen Sender über ihre Agentur SportA eine seit 2023 laufende Vereinbarung, die im kommenden Jahr endet. Derzeit laufen mit dem DFB Gespräche über ein neues Vierjahres-Paket mit rund 40 Spielen. Interessant sind dieses Rechte auch für andere Free-TV-Anbieter wie die RTL-Gruppe oder ProSiebenSat.1. Aber ARD und ZDF stehen kurz vor dem Abschluss, wie es aus Verhandlungskreisen heißt.


Komplizierte Lage bei den Männer-Länderspielen

Komplizierter ist die Lage bei den Spielen der DFB-Männer. Die Rechte werden zentral von der UEFA vergeben und liegen derzeit je zur Hälfte bei RTL und ARD/ZDF. Seit Beginn des Jahres warten die interessierten Sender auf einen Termin für die neue Ausschreibung, doch der wurde immer weiter verschoben. Auch der Rechteverkauf der EM 2032 wird erwartet.

Derzeit ist nicht einmal klar, mit welcher Agentur die UEFA ihre Länderspiel-Rechte verkauft. Zuletzt war es die Agentur CAA, doch der Kontinentalverband bevorzugt nach Informationen des Branchenportals sportbusiness.com die Konkurrenz von Relevent Sports oder Sela.

Im Vorjahr hatte der europäische Dachverband bei der Champions League den langjährigen Partner TEAM durch Relevent ersetzt. Die US-Agentur erzielte eine rund 20-prozentige Steigerung der Einnahmen.

vollständiger Text >>>quelle: digitalfensehen.de

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