Whitebird

Moderator
  

Dabei seit: 31.03.2009
Beiträge: 5.964
Herkunft: Aus dem Nichts, Nordsee/Ecke Ossiland!!!
 |
|
| Wird die Champions League gar nicht bei Paramount+ laufen? |
 |
Wird die Champions League gar nicht bei Paramount+ laufen?
Von Manuel Weis -15. Juli 2026, 8:25
Wilde Spekulationen schießen dieser Tage ins Kraut – im Fokus steht dabei der WBD-Merger durch Paramount. Dieser ist freilich ein erheblicher finanzieller Kraftakt. Und nicht der einzige. Was passiert mit der Champions League beim Streamer?
Mitte September beginnt die neue Saison der UEFA Champions League. So viel steht fest: Es ist die letzte nach bisherigem Muster: Das beste Dienstags-Spiel bei Prime, alle anderen bei DAZN. Ab Sommer 2027 ändert sich das. Was klar ist: Prime wird dann das beste Mittwochs-Spiel zeigen, an allen anderen Spielen hält Paramount+ die Rechte. Aktuell gibt es wilde Spekulationen, wie Paramount diese verwertet.
Diese entstehen auch, weil der Konzern durch die Übernahme von Warner Bros. Discovery finanziell unter Druck steht. Erste Branchenexperten bezweifeln daher inzwischen, ob Paramount die sündhaft teuren Fußballrechte überhaupt selbst nutzen kann. Befeuert wird das Ganze dadurch, dass sich auch der Konzern selbst nicht glasklar äußert.
Schnell-Navigation zum Champions-League-Rechtethriller:
- Die WBD-Übernahme und der 80-Milliarden-Dollar-Schuldenberg
- Die Champions-League-Rechte: Ein überteuerter Fremdkörper im Portfolio?
- Brain Drain im deutschen Team: Wer macht eigentlich den Sport?
- Das Exit-Szenario: Partnerschaft oder Sublizenz für DAZN?
- Vielsagendes Schweigen: Was Paramount zu den Gerüchten sagt
- FAQ – Das Wichtigste zur Champions League ab 2027
Die WBD-Übernahme und der 80-Milliarden-Dollar-Schuldenberg
Um die aktuelle Zitterpartie um die Champions-League-Rechte zu verstehen, muss man den Blick auf die globale Konzernbühne in den USA richten. Hinter Paramount liegt eine beispiellose Übernahmeschlacht. Der erst im vergangenen Jahr durch die Fusion mit Skydance neu formierte Medienriese unter der Führung von David Ellison hat im Rennen um den Konkurrenten Warner Bros. Discovery (WBD) den Erzrivalen Netflix spektakulär ausgebootet.
Doch dieser Triumph hat einen extrem hohen Preis:
- Gigantisches Investment: Sage und schreibe 111 Milliarden US-Dollar will Paramount Skydance für die WBD-Übernahme auf den Tisch legen.
- Verzögerungs-Strafen: Der Deal ist regulatorisch noch nicht in trockenen Tüchern. Mehrere US-Bundesstaaten leisten erbitterten Widerstand. Zwar drückt das US-Justizministerium wohl auch dank der engen Drähte von Oracle-Mitgründer Larry Ellison (Vater von Paramount-Chef David Ellison) zu US-Präsident Donald Trump beide Augen zu, doch die Zeit läuft davon. Zieht sich der finale Vollzug über den Oktober hinaus, droht eine saftige Strafzahlung.
- Die Schulden-Mauer: Das renommierte Wall Street Journal wies jüngst darauf hin, dass der neue Megakonzern nach Abschluss der Transaktion auf einem Schuldenberg von unfassbaren 80 Milliarden US-Dollar sitzen wird.
Diese finanzielle Altlast zwingt die Konzernspitze schon jetzt dazu, sämtliche Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Und ganz oben auf der Streichliste von Medienanalysten stehen – so zumindest die Erzählung – wohl extrem teure Sportrechte im Ausland.
Die Champions-League-Rechte: Ein überteuerter Fremdkörper im Portfolio?
Als Paramount im November 2025 – kurz vor dem heißen Start der WBD-Übernahmeschlacht – den Zuschlag für die Champions League ab 2027 erhielt, rieb sich die Fachwelt ungläubig die Augen. Bis heute ist Paramount+ im deutschsprachigen Raum alles andere als eine Sport-Plattform.
Nach einem ambitionierten Start im Jahr 2022 zog sich der Dienst schnell aus teuren fiktionalen Eigenproduktionen zurück. Abgesehen von Reality-Formaten wie „Germany Shore“ lebt die Plattform fast ausschließlich von US-Franchises wie „Yellowstone“ oder dem Ableger „Dutton Ranch“.
Wie viel Geld die US-Chefetage für die europäische Königsklasse auf den Tisch gelegt hat, ist streng geheim. DWDL.de zitiert nun Medienanalyst François Godard von Enders Analysis, der von „überhöhten Preisen“ spricht. Das deckt sich mit Infos von Digitalfernsehen.de. Offenbar hat Paramount+ die Rechte erhalten, weil es richtig viel Geld bot.
Brain Drain im deutschen Team: Wer macht eigentlich den Sport?
Aus Deutschland selbst war bisher zu den CL-Rechten wenig zu hören. Das war Ende 2025 vielleicht damit zu erklären, dass der Start der Rechteperiode über 18 Monate entfernt lag – doch selbst jetzt, knapp ein Jahr vor Beginn, ist es relativ ruhig. Lediglich vor zwei Wochen, beim Screenforce Festival, wurde die Champions League mal erwähnt.
Offen bleibt dabei aber, wer 17 Spiele pro Woche für Paramount+ umsetzen soll. Eine eigene Sportredaktion gibt es nicht – und der Aufbau einer solchen dauert nach Branchenexperten, mit denen Digitalfernsehen.de gesprochen hat, rund ein Jahr. Vielleicht auch deshalb, schießen nun die Spekulationen ins Kraut, dass Paramount+ die Rechte gar nicht (vollständig) selbst erwerben möchte. DWDL spekuliert über eine nicht im Detail ausgeführte Partnerschaft mit DAZN (für Deutschland) und TNT Sports (in UK). Digitalfernsehen.de liegen keine Hinweise vor, dass irgendetwas in diese Richtung heiß oder annähernd spruchreif wäre.
Befeuert werden die Gerüchte in jedem Fall, weil Paramount+ selbst schweigt. Gegenüber DWDL.de verweigerte ein Sprecher einen Kommentar „wie eine mögliche Übertragung gestaltet sein wird“. Das ist eine – Wort für Wort gelesen – maximal schwammige Aussage, die zugleich Luft lässt für zahlreiche neue Gerüchte. Ein klares, unmissverständliches Bekenntnis, dass die Spiele ab 2027 tatsächlich exklusiv im eigenen App-Interface von Paramount+ laufen werden, klingt definitiv anders. Das offizielle Statement steht allerdings in Widerspruch zu einem Satz, der bezogen auf die CL, in Düsseldorf auf der Screenforce-Bühne gesagt wurde: Dort hieß es sehr deutlich: „2027 kommt die Champions League zu Paramount+“ – eigentlich unmissverständlich – fraglich nur, warum man diese glasklare Kommunikation nun verändert hat. Fragen über Fragen…
FAQ – Das Wichtigste zur Champions League ab 2027
Wer hält aktuell die Rechte an der Champions League in Deutschland?
Bis einschließlich der Saison 2026/27 teilen sich DAZN (Großteil der Spiele) und Amazon Prime Video (ein Topspiel am Dienstag) die Übertragungsrechte an der Königsklasse.
Was hat Paramount mit den Rechten ab 2027 vor?
Offiziell hält Paramount+ die Exklusivrechte für den Zeitraum von 2027 bis 2031. Aufgrund des massiven Schuldendrucks nach der WBD-Übernahme durch Paramount Skydance spekulieren Branchenanalysten jedoch über eine mögliche Sublizenzierung der Rechte an Partner. Fix ist aber nix.
Wird Paramount+ wegen der Champions League teurer?
Sollte Paramount die Rechte tatsächlich vollständig in Eigenregie nutzen und produzieren, gilt eine spürbare Preiserhöhung des Streamingdienstes in Deutschland als fast unumgänglich, um die immensen Rechtekosten auch nur ansatzweise wieder einzuspielen.
Wie lang laufen die Verträge?
Die UEFA hat die Rechte bis Sommer 2031, also für vier Spielzeiten, vergeben.
vollständiger Text >>>quelle: digitalfensehen.de
__________________
Der frühe Vogel trinkt 'n Korn???
Grüße von Whitebird
|
|