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PS5-Jailbreak für Firmware 12.70 veröffentlicht: Fast eine Stunde Wartezeit für Homebrew und Backups
19.06.2026 von Lars Sobiraj
Ein neuer PS5-Jailbreak für die Firmware 12.70 ist verfügbar. Nutzer müssen aber bis zu einer Stunde warten und erhebliche Risiken beachten.


Sonys Spielkonsole galt für Nutzer aktueller Firmware-Versionen lange Zeit als weitgehend unangreifbar. Nun hat die Szene mit der Kombination aus Y2JB und P2JB einen neuen öffentlichen PS5-Jailbreak für die Firmware 12.70 vorgestellt. Damit lassen sich Homebrew-Anwendungen ausführen und bekannte Payloads laden. Doch wer auf einen komfortablen Hack wie zu früheren Konsolengenerationen hofft, den müssen wir leider direkt enttäuschen.


Neuer Exploit erweitert den Kreis der angreifbaren Konsolen

Der neue Angriffspfad kombiniert den Userland-Exploit Y2JB mit dem Kernel-Exploit P2JB. Der Jailbreak unterstützt laut den Entwicklern sämtliche PS5-Firmwares von Version 10.20 bis einschließlich 12.70.

Besonders relevant ist die Veröffentlichung deshalb, weil Firmware 12.70 für viele Nutzer noch immer eine aktuelle Version darstellt. Bisher waren zahlreiche Jailbreak-Methoden auf deutlich ältere Firmware-Stände beschränkt. Oder aber sie erforderten spezielle Spiele, Blu-ray-Laufwerke oder komplexe Installationsschritte.

Mit Y2JB und P2JB steht nun erstmals ein öffentlicher Weg für vergleichsweise aktuelle Systeme zur Verfügung. Doch so einfach ist das Ganze auch nicht.


Y2JB allein ist kein PS5-Jailbreak

In sozialen Netzwerken sorgt derzeit vor allem die Meldung für Verwirrung, dass Y2JB auch auf Firmware 13.40 funktioniert. Tatsächlich bedeutet dies jedoch keineswegs, dass sich Konsolen mit dieser Version vollständig jailbreaken lassen.

Y2JB verschafft lediglich Zugriff auf die Userland-Ebene und ermöglicht die Ausführung von Code mit eingeschränkten Rechten. Erst der Kernel-Exploit P2JB hebt diese Beschränkungen auf und erlaubt das Laden von Payloads sowie die Nutzung von Homebrew-Software.

Da für Firmware 13.40 derzeit kein öffentlich verfügbarer Kernel-Exploit existiert, bleibt ein vollwertiger Jailbreak dort außer Reichweite.


Der größte Nachteil: P2JB verlangt viel Geduld

Der Name des Kernel-Exploits ist Programm. P2JB steht nicht ohne Grund für „Patience To Jailbreak“. Während frühere Exploits oft innerhalb weniger Sekunden erfolgreich waren, benötigt P2JB nach Angaben der Entwickler rund 50 Minuten bis zum Abschluss. Einige Nutzer berichten sogar von noch längeren Wartezeiten.

Während dieser Phase sollte man die Konsole möglichst nicht anderweitig nutzen. Schlägt der Jailbreak fehl, muss man den Vorgang erneut starten und wieder 50 Minuten und mehr warten. Das zeigt deutlich, dass die aktuelle Lösung zwar technisch beeindruckend ist. Doch wer hat schon Lust so lange auf den PS5-Jailbreak zu warten? Im Alltag ist P2JB daher nur eingeschränkt praktikabel.


Keine dauerhafte Nutzung: Der Tethered Jailbreak bleibt problematisch

Hinzu kommt ein weiteres bekanntes Manko moderner PS5-Hacks. Der Jailbreak ist weiterhin nicht dauerhaft. Nach jedem vollständigen Ausschalten oder Neustart der Konsole muss man den Vorgang erneut durchführen. Die Nutzer erhalten also keinen permanenten Systemzugriff, sondern müssen die Exploit-Kette immer wieder neu starten. Sony wird es wohl recht sein.

Gerade die lange Laufzeit des P2JB macht diesen Umstand besonders unerquicklich und nervig. Wer hat schon Lust, wieder und wieder beinahe eine Stunde warten zu müssen!?


PS5-Jailbreak: Vorsicht beim Einrichten von Y2JB

Mit Version 1.6 wurde Y2JB erheblich erweitert und unterstützt nun auch neuere Firmware-Versionen. Die Installation erfolgt häufig über das Wiederherstellen einer speziell präparierten Sicherung.

An dem Punkt lauert nach Angaben von OneJailbreak jedoch ein erhebliches Risiko. Das Einspielen solcher Backups kann die Konsole auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Wer seine Spielstände, installierten Titel oder lokale Daten nicht vorher sichert, riskiert einen vollständigen Datenverlust. Die Entwickler weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, vor sämtlichen Experimenten eigene Backups anzulegen. Anderenfalls sind die Daten unweigerlich verloren.


Warum man nicht auf Firmware 13.40 aktualisieren sollte

Die aktuelle Entwicklung dürfte bei einigen Besitzern einer älteren Firmware den Reflex auslösen, auf eine neuere Version zu aktualisieren. Genau davon raten jedoch viele ab. Die Unterstützung von Y2JB auf Firmware 13.40 bedeutet lediglich die Ausführung von Userland-Code. Ein Kernel-Zugriff und damit ein vollständiger PS5-Jailbreak steht dort weiterhin nicht zur Verfügung.

Wer sich aktuell auf Firmware 12.70 oder darunter befindet, sollte daher keinesfalls aktualisieren. Erfahrungsgemäß erscheinen neue Exploits zuerst für ältere Softwarestände, während Nutzer aktueller Firmware oft deutlich länger warten müssen.


Gute Nachrichten mit Einschränkungen

Für Besitzer einer PS5 mit Firmware 12.70 markiert die Veröffentlichung zweifellos einen wichtigen Fortschritt. Erstmals steht ein öffentlicher Jailbreak für eine vergleichsweise aktuelle Firmware zur Verfügung. Besonders Nutzer der Digital Edition profitieren davon, da man dafür kein Blu-ray-Laufwerk oder ein spezielles Spiel benötigt.

Dennoch bleibt ein gemischter Eindruck zurück. Eine Wartezeit von fast einer Stunde, wiederholte Ausführungen nach jedem Neustart und das Risiko eines Datenverlusts bei der Einrichtung zeigen, dass die Szene zwar technische Fortschritte erzielt hat, von einem komfortablen Massen-Jailbreak jedoch noch weit entfernt ist.


Besser die Firmware-Updates von Sony weiterhin ignorieren

Wer bereits auf Firmware 12.70 oder niedriger unterwegs ist, sollte seine Konsole daher unverändert lassen. Für Nutzer neuerer Firmware-Versionen bleibt die Hoffnung auf einen künftigen Kernel-Exploit vorerst die einzige Option. Die Community steht vor einem klassischen Dilemma. Da hätten wir Sonys Sicherheitsupdates und Online-Kompatibilität auf der einen Seite, die Homebrew- und Backup-Funktionen auf der anderen. Wer heute auf 13.40 aktualisiert, wäre zwar auf dem neuesten Stand. Man verliert nach aktuellem Stand aber dabei die Möglichkeit das Gerät komplett von den Kopierschutzmaßnahmen von Sony zu befreien.

quelle: tarnkappe.info

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