Geschrieben von Whitebird am 22.05.2026 um 12:23:
Trump Mobile: Datenleck legt Kundendaten und Bestellzahlen offen
Trump Mobile:
Datenleck legt Kundendaten und Bestellzahlen offen
Eine Schwachstelle bei Trump Mobile macht Kundendaten frei zugänglich. Interne Daten zeigen zudem weitaus geringere Verkaufszahlen.
22. Mai 2026 um 07:40 Uhr / Nils Matthiesen
Eine Sicherheitslücke auf der Vorbesteller-Webseite des Anbieters Trump Mobile gefährdet
laut Medienberichten die Daten zahlreicher Kunden. Ein fehlerhafter Mechanismus der Plattform Trumpmobile.com ermöglicht demnach unbefugten Zugriff auf sensible Informationen aller Personen, die dort Bestellungen tätigten. Kreditkartendaten sind nach aktuellen Erkenntnissen zwar nicht von dem Leck betroffen, jedoch sämtliche sonstigen persönlichen Kundendaten.
Schweigen nach Benachrichtigung über Schwachstelle
Die Schwachstelle auf der Webseite ermöglicht das Einsehen von Postadressen, E-Mail-Adressen sowie spezifischen Bestelldaten. Entdeckt wurde die Lücke von einer Einzelperson, die betroffene Kunden, darunter die Youtuber
Penguinz0 und
Coffeezilla, direkt kontaktierte und Beweise für den Datenzugriff vorlegte. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich um eine technisch unkomplizierte Schwachstelle, die leicht auszunutzen ist.
Der Entdecker sowie die kontaktierten Kunden versuchten wiederholt, das US-basierte Support-Team von Trump Mobile über verschiedene Kommunikationswege auf das Problem hinzuweisen, um eine Schließung der Sicherheitslücke zu erwirken. Das Unternehmen reagierte auf diese Benachrichtigungen bisher aber nicht. Um potenzielle Neukunden vor Bestellungen auf der Plattform zu warnen, erfolgte der Gang an die Öffentlichkeit. Bisher ist unklar, ob ausschließlich der Entdecker die Schwachstelle fand oder ob bereits böswillige Akteure die Kundendaten systematisch kopierten.
Verkaufszahlen weichen stark von Berichten ab
Der unbefugte Zugriff auf das System brachte zeitgleich valide Daten über den kommerziellen Erfolg des angekündigten T1-Smartphones hervor. In früheren Berichten war die Rede von rund 590.000 Vorbestellungen für das Mobiltelefon, für das Kunden eine Anzahlung von 100 US-Dollar leisten mussten. Die realen Systemdaten widerlegen diese Angaben deutlich.
Aus den ausgelesenen Datensätzen geht hervor, dass die Plattform lediglich rund 10.000 zahlende Käufer verzeichnet. Die Gesamtzahl der Produktbestellungen, die potenziell auch Mobilfunkverträge beinhalten, liegt bei etwa 30.000. Dies entspricht lediglich rund 5 Prozent der zuvor kolportierten Zahlen.
Die Auslieferung des vor einem Jahr versprochenen T1-Geräts verzögerte sich in der Vergangenheit mehrfach, zudem wurden Angaben bezüglich des Produktionsstandortes angepasst. Die geringe Anzahl an Kunden liefert einen möglichen Erklärungsansatz dafür, weshalb das Projekt bei den Verantwortlichen um Donald Trump Jr. und Eric Trump intern eine geringe Priorität genießt.
quelle: golem.de